de

Wo ist meine Bounce Rate in Google Analytics 4 geblieben?


Hannah Kaspar - November 18, 2020 - 0 comments

In diesem Artikel

Wieso ist die Bounce Rate nicht mehr verfügbar?

Was sind die Nachteile bei der Verwendung der Bounce Rate als KPI?

Die Alternative in Google Analytics 4

Ab jetzt User Engagement statt Bounce Rate messen

Dennoch die Bounce Rate messen – Ist das möglich?

Was ist die bessere Metrik?

Mit der neuen Version seiner Web Analytics Plattform Google Analytics 4, reagiert Google auf wichtige Zukunftsthemen und Veränderungen am Markt und des Verhaltens der User. Neben zahlreichen Neuerungen und zusätzlichen Features, die wir in unserem letzten Blogpost zusammengefasst haben, fällt auch auf, dass eine Funktion für Nutzer der neuen Version von Google Analytics nicht länger verfügbar ist.

Wieso ist die Bounce Rate nicht mehr verfügbar?

In der neuen Version Google Analytics 4, können Nutzer nicht länger die Bounce Rate ihrer Website abrufen. Warum dieses Feature entfernt wurde und welche Auswirkungen die Veränderung auf die Nutzung von Google Analytics hat, erklären wir hier. 

Die Messung der Bounce Rate diente Nutzern bisher dazu, das user engagement auf ihrer Website zu messen. Die Bounce Rate misst den Anteil der Besucher einer Website, die die Seite wieder verlassen, ohne einen weiteren Klick auf der Seite ausgeübt zu haben. Diese Metrik kann Nutzern der alten Version Google Universal Analytics dabei helfen einen Eindruck vom Engagement der Besucher ihrer Seite zu bekommen. Häufig führt die alleinige Betrachtung der Bounce Rate jedoch auch zu Trugschlüssen und einer falschen Abbildung des tatsächlichen User Engagements. 

Die Bounce Rate hat eine Reihe von entscheidenden Nachteilen, aufgrund derer Google die Funktion in der neuen Version seines Analytics Tools nicht länger zur Verfügung stellt. 

Was sind die Nachteile bei der Verwendung der Bounce Rate als KPI?

Die Genauigkeit und Aussagekräftigkeit der Bounce Rate ist oft sehr fraglich. Wie beschrieben misst diese die Anzahl der Website Besucher, die die Seite wieder verlassen ohne (weiter) zu klicken. Das kann beispielsweise bei Online Shops durchaus ein Hinweis darauf sein, ob Besucher ihr gesuchtes Produkt auf der Website finden konnten. Besucht ein Nutzer einen Onlineshop und klickt keines der angebotenen Produkte an, ist das durchaus ein Hinweis darauf, dass dem Nutzer keines der Produkte zugesagt hat. Doch bei vielen Website-Inhalten kann die Bounce Rate auch irreführend sein. Wenn Nutzer zum Beispiel auf einen informativen Artikel klicken, den sie über eine Google Suche erreicht haben, lesen sie häufig den kompletten Artikel, finden ihre gesuchte Antwort darin und verlassen die Seite dann wieder ohne weiter geklickt zu haben. In diesem Fall trifft es jedoch nicht zu, dass der Nutzer seine gesuchten Inhalte nicht gefunden hat. Dennoch hebt er die Bounce Rate der jeweiligen Seite an. Besucher können also oft an den Inhalten einer Website interessiert sein und dort gewünschte Informationen finden, ohne weitere Seiten geöffnet zu haben. Doch genau das ist was die Bounce Rate impliziert und abzubilden versucht – den Anteil der Besucher, die auf der Seite nicht gefunden haben, was sie suchten. Bei bestimmten Seiten oder Inhalten, kann eine hohe Bounce Rate also fälschlicherweise darauf hinweisen, dass die Seite nicht die vom Besucher gewünschten Inhalte enthält und demnach geändert werden sollte. 

Dies führt zwangsläufig dazu, dass die Bounce Rate häufig fehlinterpretiert und missverstanden wird. So können Unternehmen, die die Qualität ihrer Website an der Bounce Rate messen falsche Handlungsempfehlungen daraus ableiten und Änderungen an ihrer Website vornehmen, die keine wirklichen Verbesserungen darstellen. 

Ein weiterer Faktor, der eine Schwachstelle der Bounce Rate darstellt, ist der Fakt, dass viele Nutzer Websites über ihre Smartphones besuchen. Das typische “Scrollen” der Besucher auf einem Smartphone führt dazu, dass viele Besucher lange auf derselben Seite verweilen und nicht weiterklicken, wie sie es wahrscheinlich durch die Ansicht auf einem Laptop oder Tablet tun würden. Die Bounce Rate kann also vor allem bei Smartphone Nutzern auch missverständliche Ergebnisse darstellen.

Zudem lässt sich die Bounce Rate aktiv beeinflussen. So ist es zum Beispiel recht einfach möglich einen Trigger zu setzen, der einen Nutzer als “Nicht-Bounce” ausweist, wenn er einen bestimmten Anteil der Seite durch Scrollen erreicht hat. Entsprechend wichtig ist es, sich mit den Zielen der eigenen Website auseinanderzusetzen und einen Trackingplan aufzustellen.

Die Alternative in Google Analytics 4

Man kann die Engagement-Rate entweder im Bericht mit den Statistiken zur Nutzergewinnung finden, oder mithilfe des Buttons “Statistiken” direkt abfragen.

Aufgrund der genannten Nachteile der Bounce Rate hat Google diese in der neuen Version Google Analytics 4 abgeschafft. Jedoch nicht ohne eine Alternative zur Messung des User Engagements für die Nutzer von Google Analytics anzubieten.

Ab jetzt User Engagement statt Bounce Rate messen

Durch die neu eingeführte Engagement Rate, sollen Nutzer einen präziseren Eindruck davon bekommen, wie die Besucher mit einer Website interagieren. Die Engagement Rate ergibt sich aus dem Verhältnis von “engaged sessions” zur gesamten Anzahl von Sessions auf einer Website. Diese Metrik soll im Kern dieselbe Frage beantworten wie die Bounce Rate bisher in Google Universal Analytics und gleichzeitig die entscheidenden Nachteile der Bounce Rate eliminieren. 

Als “engaged sessions” gelten in der neuen Metrik alle Sessions die entweder länger als 10 Sekunden andauern oder ein Conversion Event enthalten oder mehr als einen Screen oder Pageview hatten. (Quelle: Definition in Google Analytics 4 UI).

Lange Aufenthalte auf einer Website, bei denen jedoch, wie oben beschrieben, kein Klicken auf eine weitere Seite erfolgt, gelten demnach nicht länger als unengaged Sessions und gehen somit nicht negativ in die Messung des User Engagements einer Website ein. Dadurch erhalten Google Analytics 4 Nutzer eine akkuratere Abbildung davon, ob ihre Website, die von Nutzern gesuchten Inhalte enthält und wie hoch das Engagement der User mit ihrer Website ist. 

Dennoch die Bounce Rate messen – Ist das möglich?

Wenn Sie trotz der genannten Nachteile der Bounce Rate und verfügbaren Alternativen in Google Analytics 4 Ihre Bounce Rate messen wollen, dann gibt es diese Möglichkeit immer noch, auch wenn Google Analytics 4 Ihre Bounce Rate nicht mehr direkt abbildet. Sie können die alte Metrik der Bounce Rate reproduzieren indem Sie Google BigQuery verwenden. Mit den darin enthaltenen Zahlen und Informationen, lässt sich die Bounce Rate näherungsweise berechnen. Eine genaue Abbildung der vorherigen Werte und ein entsprechender Abgleich mit Referenzwerten kann aber zeitintensiv und nur bedingt zielführend sein.

Was ist die bessere Metrik?

Wie beschrieben lässt die Engagement Rate eine genauere Abbildung davon zu, wie gut das User Engagement auf einer Website ist. Zudem ist die User Engagement Rate über das interface in Google Analytics 4 verfügbar.

Dennoch gilt die Bounce Rate, durch ihre jahrelange Verwendung, als altbekannte Metrik. Viele Stakeholder könnten die Darstellung der Bounce Rate deshalb immer noch in Reports erwarten. In diesem Fall können Sie die Bounce Rate wie oben beschrieben immer noch abbilden. 

Dennoch empfehlen wir es, in Zukunft statt der Bounce Rate auf die Engagement Rate zurückzugreifen, um das User Engagement einer Website abbilden und messen zu können. 

Wenn Sie Fragen haben, wie Sie die Qualität Ihrer Website präziser messen oder verbessern können, wenden Sie sich jederzeit an uns. Wir zeigen Ihnen in einem unverbindlichen Beratungsgespräch gerne Ihre Möglichkeiten auf. 

Related posts